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Medizinische Information

Arbeitsweise der Niere

Die jedem bekannte und lebensnotwendige Aufgabe der Nieren ist die Bildung des Urins, mit dem überschüssiges Wasser und die Abfallstoffe, die im Stoffwechsel entstehen, aus dem Körper entfernt werden.

Viele Patienten, die wegen einer Nierenfunktionsstörung zum Nephrologen überwiesen werden, sind über die Diagnose verwundert, weil sie doch noch ganz normal Urin lassen können.
Um das zu verstehen, muss man etwas über die Funktionsweise der Nieren wissen.

Die Nieren bilden den Urin durch die Filtration des Blutes. Der über die Blase entleerte Urin ist jedoch nicht das Filtrat, sondern das, was vom Filtrat nach der Aufbereitung übrig bleibt.
Gesunde Nieren filtrieren am Tag 180 l Flüssigkeit aus dem Blut ab. Das meiste davon holen sich die Nieren sofort nach der Filtration wieder zurück. Damit wird ein Vielfaches der Menge der Körperflüssigkeit pro Tag durch die Nieren geführt und abfiltriert.

Es sind einige tausend Stoffe, die als Stoffwechselschlacken über die Nieren ausgeschieden werden müssen. Durch die Filtration gelangen sie in den Urin und können so ausgeschieden werden. Was der Körper jedoch noch braucht und nicht verloren gehen soll, wird durch die Nieren zurückgeholt, zum Beispiel der größte Teil der Flüssigkeit, Zucker, Mineralien usw. Die große Filtratmenge ist erforderlich, weil die Konzentration der Abfallstoffe im Blut nur sehr niedrig sein darf. Einige der Stoffwechselschlacken sind nämlich giftig.

Wenn von einer Verschlechterung der Nierenfunktion die Rede ist, meint man einen Rückgang der Filtratmenge, aus dem der Urin entsteht. Damit trotz weniger Filtrat alle Abfallstoffe komplett ausgeschieden werden können, steigt automatisch deren Konzentration im Blut und damit im Filtrat an. Sinkt die Nierenleistung z.B. auf die Hälfte, werden nur noch 90 l pro Tag abfiltriert und als Ausgleich steigt die Konzentration der Abfallstoffe auf das Doppelte. Bei einem Viertel der Nierenleistung werden 45 l pro Tag abfiltriert und die Konzentration steigt auf das Vierfache. Beträgt die Nierenleistung nur noch 10 %, werden 18 l pro Tag abfiltriert und die Konzentration ist zehnfach erhöht. Dann muss man mit einer inneren Vergiftung rechnen, die Urämie genannt wird. Aber selbst in dieser Situation kann die Urinmenge noch völlig normal sein.

Ob nämlich die 1–2 l Urin pro Tag aus 180 l oder 18 l Filtrat bereitet wurden, ist für den Patienten nicht erkennbar. Beim chronischen Nierenversagen ist die Nierenleistung nicht an der Menge der Urinausscheidung zu erkennen, sondern nur an der Konzentration der harnpflichtigen Substanzen im Blut, wie zum Beispiel dem Kreatinin.

Deshalb wird zur Beurteilung der Nierenfunktion immer die Konzentration von Kreatinin im Blut bestimmt. Zu Beginn einer Nierenfunktionsstörung steigt die Kreatininkonzentration nur sehr langsam an. Bei zunehmendem Rückgang der Filtrationsleistung kommt es zu einem immer rascheren Konzentrationsanstieg. Wenn man allerdings genau wissen will, wie hoch die Filtrationsleistung der Nieren ist, muss man wissen, wieviel Kreatinin der untersuchte Mensch bildet. Das kann man feststellen, indem man sämtlichen Urin in 24 Stunden sammelt und untersucht, wie viel Kreatinin enthalten ist. Weil das Kreatinin in der Muskulatur gebildet wird, und die Menschen sehr unterschiedlich viel Muskulatur haben, kann selbst bei einem Normalwert im Blut bereits eine Nierenfunktionsstörung vorliegen. Das findet man oft bei älteren Menschen, die nur noch wenig Muskulatur haben. Junge Männer mit kräftiger Muskulatur haben manchmal einen erhöhten Kreatininspiegel im Blut und trotzdem noch eine normale Nierenfunktion.
Es gehört zu den Aufgaben eines Nephrologen, das herauszufinden.